Titelbild: Institut für Sozialanthropologie

Die Sozialanthropologie untersucht Menschen in ihren konkreten gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten. Sie hat ihren methodischen Kern – die teilnehmende Beobachtung, das ganzheitliche Gegenstandsverständnis und die ethnographische Darstellungsform ­– erfolgreich an die zunehmend globalen Einflüsse auf jene Kontexte angepasst und auf immer neue Forschungsfelder ausgeweitet. Zwar stehen meist immer noch lokale Lebenswelten im Zentrum ihres Interesses, doch werden diese heute im Kontext nationaler und globaler Prozesse und der Mobilität der untersuchten Gruppen selbst verstanden. Aus diesen Gründen wenden Forschende auch Methoden aus Nachbardisziplinen an, welche es erlauben, die weiteren Zusammenhänge, in welchen lokale Lebenswelten stehen, zu erfassen und zu analysieren. Das Fach interessiert sich dabei für kulturelle Differenzen innerhalb und zwischen Gesellschaften genauso wie für Gemeinsamkeiten, die selbst zwischen geographisch und kulturell getrennten Gesellschaften bestehen können. Die vergleichende Analyse dieser verschiedensten Formen menschlichen Zusammenlebens ist für das sozialanthropologische Wissenschaftsverständnis konstitutiv.